ich lebe mit bildern und tönen
Schon in der Schule wurde ich für meine Zeichnungen und Malereien gelobt. In der Primarschule gewann ich einen Preis mit einem Bild des Mondes.
Ich war musisch und gestalterisch begabt und trotzdem wurde ich Ökonom. Ausgerechnet ich, der mit Zahlen noch nie etwas anfangen konnte!
Doch ich fühlte mich verpflichtet, denn in meinem Umfeld galten Künstler und Musiker nicht als Berufe, sondern als ‘brotlos’. Diese Entscheidung habe ich bitter bereut.
Nach 25 Jahren erlitt ich einen schweren Burnout und hängte die Ökonomie an den Nagel.
Seither lebe ich mit Bildern und Tönen. Das Burnout hat Spuren hinterlassen: Zunehmend fällt mir das Lesen und das Schreiben schwer.
Eine Zeitlang entstanden meine Bilder und meine Musik zusammen. Ich begann mit einem Bild und hörte, spielte und komponierte die Töne dazu. Heute sind es eher Phasen: Es gibt Phasen, in denen ich male, und Phasen, in denen ich musiziere.
Immer wieder hatte ich auch Phasen, in denen ich weder musizieren noch malen konnte.
Meine Bilder kommen spontan, ohne Planung oder Absicht. Ich habe etwa sechs Motive und Themen, mit denen ich auf Papier, Karton, Holz, Stein, Glas oder Kunststoff mit Pastelkreide, Acryl, Graphit oder Marker arbeite.Die Motive kommen aus meiner Biografie. Es sind Bilder, die mir von meinen Arbeitsaufenthalten und Reisen in Afrika, Asien und Kuba geblieben sind. Für eine Ausstellung beklebte ich Säulen mit Fotos von meinen Reisen. Damit wollte ich mit meiner Vergangenheit abschliessen. Die Motive sind mir jedoch geblieben und ich habe mich mit ihnen angefreundet: afrikanische und indische Tiere, Pflanzen, Landschaften, Inseln, Städte, mythische Figuren. Ich male selten Menschen, lieber imaginäre Wesen oder comic-ähnliche Figuren.
Zwischen diesen Motiven wechsle ich ab, sie kommen immer wieder. Manche verändern sich mit der Zeit, andere bleiben.
Wenn ich kreativ sein kann, fühle ich mich lebendig. Manchmal zeichne oder male ich sehr schnell, bis zu zehn Bilder an einem Tag. An anderen Tagen beginne ich ein Bild mit kleinen, sorgfältigen Strichen und brauche mehrere Tage, um es fertig zu malen.
Sehr gerne zeige ich meine Bilder anderen Menschen.
Oft fällt es mir leichter, durch meine Bilder oder meine Musik zu kommunizieren, als mit Worten.
Christoph Koepfli, im Herbst 2024
Drei Altsaxofone, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
der eigenen gestaltungssprache vertrauen
Eine Würdigung von Karin Deola, Galeristin kunstsichtbar
Kennengelernt habe ich Christoph Koepfli in der Galerie kunstsichtbar während unseres Sommerateliers 2024.
Sieben Gestaltende nutzten gemeinsam die Galerie als Atelier und liessen sich auf das Thema ‘Fragmente’ ein. Die dabei entstandenen Werke wurden in einer anschliessenden Ausstellung gezeigt. Mit seinen ‘Fragmenten’ liess uns Christoph Koepfli an seinem Leben teilhaben. So bin ich das erste Mal mit seinem Werk in Berührung gekommen.
Die Bilder und Objekte von Christoph Koepfli berühren mich in meinem sinnlichen und ästhetischen Kunstverständnis. Ich sehe die Geschichten, die sich sichtbar und unsichtbar um die Werke weben.
Seine Werke ermöglichen mir auf magische Weise, Farben und Formen zu verstehen. Auf dieser tiefen, symbolhaften Ebene sprechen mich die Bilder von Christoph Koepfli an und lösen bei mir Gefühle von Vertrautheit und auch Wehmut aus.
Diese Empfindungen beim Betrachten der Werke von Christoph Koepfli haben mich bewogen, ihn zu ermutigen, sein umfassendes Werk mit Bildlegenden zu versehen, aus seinem Leben zu erzählen und einen Katalog zu erstellen.
Nun sitze ich ihm in seiner Wohnung gegenüber, umgeben von seinen unzähligen Werken aus verschiedenen Lebensabschnitten. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg, sein umfassendes Werk in Worte zu fassen und so einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seine Lebenspartnerin Verena Mühlberger übernimmt das Niederschreiben unseres Gesprächs.
Durch die Erzählungen aus seinem Leben schafft Christoph Koepfli eine unmittelbare Verbindung zu seinen Werken. Seine Bilder entstehen intuitiv und fliessend und doch nicht ohne Konzept. Links oben beginnend entwickelt sich das Bild, als würde es mitbestimmen.
Oft ist er mit mehreren Werken gleichzeitig im Gestaltungsprozess, so entstehen viele seiner Serien.
Christoph Koepfli kennt keine Berührungsangst zu Materialien, die er nutzt, um seine Ideen umzusetzen. Das Material soll dem Werk dienen, so gestaltet er mit Papier, Karton, Stoff, Glas, Holz, Stein und Metall. Daraus entstehen Bilder, bemalte Kisten, Objekte und Lampen.
Christoph Koepflis Werk ist belebt von seiner kreativen Vielfallt und seiner ganz persönlichen Handschrift. Um sich in der Fülle von Farben, Formen und Materialien nicht zu verlieren, hat er sich die Methode der Reduktion angeeignet. Das gelingt ihm und verleiht seinen Bildern eine überschaubare Ruhe. Je nach Bild und Thema beschränkt er sich auf ein paar wenige Farben, die er konsequent benutzt. Die Wiederholungen der Farben und das Variieren der Formen wirken bewegt und lebendig.
Die Figuren und Formen auf den Bildern grenzt er teils mit einer klaren Linie zueinander ab, so rücken sie für die betrachtende Person in den Vordergrund und wirken doch nicht aufdringlich. Die Tiere, gezeichnet in ihrer stilistischen Form, erinnern beinahe an Höhlenmalereien, doch sie sind Zeitzeugen aus den unzähligen Auslandaufenthalten Christoph Koepflis durch seine Arbeit als Entwicklungs- und Katastrophenhelfer oder als Reisender. Er erfasst dabei ihre Charakteristik, und durch die neue Farbgebung werden sie lebendig. Seine Werke sind Tranformationen aus seinem bewegten Leben.
Die intensiven Arbeitseinsätze in Katastrophengebieten in Afrika und Asien haben Christoph Koepfli geprägt und gezeichnet. Verschiedene lebensbedrohliche Situationen, etwa ein bewaffneter Angriff und die dabei entstandenen Verletzung während einem seiner Einsätze, haben bei ihm unverkennbare Spuren hinterlassen.
Und doch, aus der tiefsten Krise, zeigte sich seine enorme Gestaltungskraft.
Der Ausstieg aus seinem kräftezehrenden Beruf und der Rückzug in die Berge ermöglichten ihm ein Innehalten, zur Ruhe Kommen und den Zugang zu seiner Gestaltungskraft.
Ein weiterer Anker in Christoph Koepflis Leben ist die Musik, sei es als Saxofonspieler oder als DJ. Während seines kreativen Schaffens ist er immer mit der Musik verbunden.
Im Kunstasyl findet er aktuell einen Atelierplatz, dort lässt er viele seiner Bilder entstehen. Hauptsächlich malt und gestaltet er aber bei sich zu Hause, oftmals nachts, dann entstehen seine Wimmelbücher und Wimmelbilder.
Christoph Koepfli stellt seine Werke gerne aus, er nutzt die Gelegenheit sowohl in seiner Wohnsiedlung, die das Treppenhaus als Kulturraum zur Verfügung stellt, als auch in Galerien.
Sein Gesamtwerk in seiner Fülle und Intensität lädt zum Verweilen und Entdecken ein. In der direkten Begegnung ist Christoph Koepfli eher zurückhaltend, durch seinen ganz persönlichen Ausdruck spricht sein Werk jedoch für sich.
Christoph Koepflis Werk entwickelt sich täglich weiter.
Wir dürfen uns freuen und überraschen lassen.
Ich bedanke mich bei Christoph Koepfli und Verena Mühlberger für die intensiven Gespräche und das Vertrauen.
Karin Deola, Galerie kunstsichtbar
werkserien und ihre geschichten
Die nachfolgenden Texte zu Christoph Koepflis Werkserien sind die überarbeiteten Abschriften von seinen Antworten aus einem mehrteiligen Gespräch, das die Galeristin Karin Deola im Herbst 2024 mit dem Künstler führte.
Graphit Zeichnungen
Diese Zeichnungen entstanden nach einem Kurs an der Kunstgewerbeschule (2001),
kurz nachdem ich meinen Beruf als Ökonom an den Nagel gehängt hatte. Ich erlitt einen Burnout und musste in eine Klinik. Dort fing ich an, intensiv zu malen und zu zeichnen. Ich hatte zwar früher schon gemalt, doch nach dieser Krise mit über vierzig eröffnete sich mir eine neue Welt.
Nach dem Klinikaufenthalt lebte ich zwei Jahre lang in den Bündner Bergen, in Falera und dann in Flims. Ich hatte dort eine Wohnung gemietet und machte nichts anders als malen und Saxofon spielen.
Ich besuchte einen Kurs in Sent, bei dem ich das genaue Zeichnen übte.
So sind die ‹Holzrugel-Zeichnungen› entstanden, bei denen ich mit Nähe und Distanz spielte.
Später zeichnete ich auch aus grösserer Distanz. Zum Beispiel den Zürcher Hardturm, den ich mir genau anschaute und dann aus der Erinnerung zeichnerisch interpretierte.
Piz Err, Graphit auf Papier, 25x15 cm
Holzrugel 1, Graphit mit Pastellkreide auf Papier, 45x30 cm
Holzrugel 2, Graphit auf Papier, 30x30 cm
Zürcher Hardturm, Graphit auf Papier, 30x30 cm
totems und tipis
Während meiner Zeit in Laax GR stellte ich für zwei Hotels bei Zürich grosse Totems und Tipis her. Dieser Auftrag entstand aus einer Begegnung mit dem Hotelbesitzer bei meiner Ausstellung im Falken in Zürich Wiedikon. Der Hotelier wünschte sich Tipis für sein Gartenrestaurant, und ich schlug ihm vor, dazu auch grosse Totems zu gestalten.
Dafür konnte ich eine Schreiner-Werkstatt in Laax benutzen. Ich fragte bei der Gemeinde an, ob ich mit einer Schulklasse arbeiten könne und fand tatsächlich eine Lehrerin, die mit ihrer Klasse mitmachen wollte.
Das Projekt dauerte sechs Wochen. Ich schnitzte und die Kinder bemalten die Totems. Die Lehrerin kniete sich dabei richtig rein, zusammen mit den Kindern recherchierten wir intensiv über die Nordamerikanischen Natives.
Bei diesem Riesenprojekt in Laax kam mir zugute, dass ich in meinem Beruf viele Projekte und Workshops geleitet hatte. Ich konnte Leute motivieren und kam damit gut an. Das war auch in Laax so: Mit meiner Begeisterung steckte ich andere an.
Im zweiten Zürcher Restaurant gestaltete ich die Inneneinrichtung. In einem Raum inszenierte ich einen Alpaufzug; in einem weiteren Raum stellte ich eine Installation mit fantasievollen Skulpturen aus Metall und Keramik aus. Ich war handwerklich geschickt, hatte früher schon viel mit Holz und manchmal auch mit Metall gearbeitet.
Das Eintauchen in ein Thema und mich Vertiefen, das ist etwas Typisches von mir. Ich lasse mich voll und ganz auf etwas ein, bis es perfekt ist. Ich kann aber auch sehr schnell arbeiten und Schnellschüsse produzieren. Das sind zwei Seiten von mir.
Kleine Totems aus Holz, ca. 30 cm hoch
Totem-Projekt mit Schulklasse in Laax GR (Bild aus 'Arena Alva' vom 22.02.2002
tropische Bäume
Schon in Indien, anfangs der 90er Jahre, begann ich, Bambus zu malen. Dazu benutzte ich die Gouache-Farben meiner Kinder. Ich brauchte nur in unseren Garten zu gehen, dort wuchsen Bambus, Bananen- und Mangobäume. Auch andere tropische Bäume wie Kokospalmen, Baobabs und Banyan Trees waren mir von meinen Arbeitsaufenthalten in Afrika und Asien vertraut und ich konnte sie Jahre später, als ich in Falera und Flims wohnte, aus der Erinnerung zeichnen. In dieser Zeit entstanden grosse, farbenfrohe Bilder. Das war für mich eine sehr körperliche Arbeit: Mit Pastellkreide malte ich die Blätter schwungvoll auf riesige Papierbögen und rahmte diese mit Dachlatten ein.
2003, als ich wieder in Zürich war, malte ich einen noch grösseren Bambus-Wald mit Acryl-Farbe auf eine zwei Meter hohe Säule. Einige dieser grossformatigen Bilder benutzten wir später als Theaterkulissen im Maier’s Theater.
Ich male nie ein Bild allein, sondern immer mehrere mit demselben Motiv.
Mir gefallen Abfolgen und Bildergeschichten.
Oft bin ich im Dialog zwischen Malen und Musik. Ich vertone Bilder und bebildere Töne.
Zum Beispiel komponierte ich einen Song für meine Partnerin Verena. Das war eine Improvisation, die gleichzeitig mit einem grossen Bananenbaum-Bild auf orangem Hintergrund entstand.
Warum die Farbe Orange?
Es war die Zeit, in der Verena und ich uns näher kamen. Ich rief sie an und fragte, was ihre Lieblingsfarbe ist. Sie sagte ‹Orange›. Zu ihrem 44. Geburtstag malte ich dieses Bild und komponierte für das Saxofon das Stück ‹The Colour of Freedom is Orange›, das wir dann zu dritt an ihrem Fest vorspielten.
Bambussäule, Acryl auf Karton, 2 m hoch, 35 cm Durchmesser
Bambus, Pastellkreide auf Papier, 60x70 cm
Bananenbaum Colour of Freedom, Pastellkreide auf Papier, 1,2x1,5 m
tanzende figuren
Manchmal arbeite ich naturalistisch, wie bei meinen Graphit-Zeichnungen, oder ich orientiere mich am Konkreten, wie bei den Bäumen oder den Totems. Ich male aber auch abstraktere, symbolhafte Bilder. Es kommt darauf an, in welcher Stimmung ich bin.
Früher tanzte ich sehr gerne. Ich ging an viele Tanzkurse und war oft im Cubanito. Das war meine Inspiration für die Serie Tanzende Figuren.
Die Arbeit an der Serie ‹Baila!› erlebte ich als sehr physisch, wie einen Tanz, bei dem ich mich zwischen den Tanzenden Figuren und dem Saxofon hin und her bewegte.
Am Boden zeichnete ich eine ovale Fläche unter jede Figur: Das sind die Lichtkegel der Scheinwerfer, die die tanzenden Figuren beleuchten. Die Figuren tanzen in Beziehung zueinander, das war mir wichtig.
Diese Figuren stellte ich auch aus Holz und Metall in verschiedenen Grössen her.
Einige dieser Werke konnte ich 2004 in der Galerie Incontro in Zürich ausstellen.
Ich bedruckte Seidenfoulards mit tanzenden Figuren. Zudem entstanden daraus Postkarten: Eine Buchhandlung kaufte mir die Vorlagen für ein Karten-Set ab. Ich produzierte auch Tisch-Kärtchen für Beizen.
Serie Baila!, Pastellkreide auf Papier, 45x15 cm
Serie Baila!, Pastellkreide auf Papier, 30x22 cm
Baila! Figuren aus Holz, ca 80 cm hoch
Holzbilder Colour of Life, je 11x11 cm
Baila! Figuren aus Metall, ca 1,20 cm hoch
MUSIKINSTRUMENTE
Alle meine Bilder sind eng mit Musik verbunden. Beim Malen höre ich immer Musik.
Zudem mache ich die Soundtracks für meine Ausstellungen selber, früher mit einem befreundeten Jazzpianisten, mit dem ich als Duo Saxofon spielte, dann als DJ mit Saxofon.
Musikinstrumente haben mich als Motive lange begleitet.
Da ich mit Leidenschaft Saxofon spielte, malte ich mit Vorliebe Alt- und Sopransaxofone, neben anderen Blasinstrumenten, Kontrabassen und Trommeln.Alle meine Bilder sind eng mit Musik verbunden. Beim Malen höre ich immer Musik.
Zudem mache ich die Soundtracks für meine Ausstellungen selber, früher mit einem befreundeten Jazzpianisten, mit dem ich als Duo Saxofon spielte, dann als DJ mit Saxofon.
Musikinstrumente haben mich als Motive lange begleitet.
Da ich mit Leidenschaft Saxofon spielte, malte ich mit Vorliebe Alt- und Sopransaxofone, neben anderen Blasinstrumenten, Kontrabassen und Trommeln.
Saxofonspieler, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Altsaxofone mit Trompete, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Bassgeige Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Congas, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Altsaxofon, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Sopransaxofon, Acryl auf Papier, aus Skizzenbuch
Verschiedene Instrumente, Acryl auf Papier, aus Skizzenbuch
rüssler & co
Die Rüssler & Co-Serie entwickelte ich 2006, als ich mich nach einem Bandscheiben-Vorfall fast nicht bewegen konnte. Im Spitalbett sitzend malte ich an einem Beistelltisch auf kleinstem Raum. Das war eine sehr minutiöse Arbeit.
So entstanden die Rüssler, Hörnler, Züngler, Stachler und Füssler.
Ich weiss nicht mehr genau, wie diese Fabeltiere zu mir gekommen sind.
Es war eine schwierige Situation, in der ich mir selber ein Projekt gab.
Beim Spitalpersonal sprach es sich herum, es kamen viele vorbei, um sich die Rüssler-Bilder anzusehen. Einige kauften mir Bilder ab.
Auf Tafeln aufgezogen und beschriftet habe ich die Zeichnungen erst, als ich wieder zuhause war. Sie sind nummeriert und dokumentiert, wie im Naturhistorischen Museum.
Züngler, Tableau Marker, Papier auf Holz, 30x30 cm
Stachler, Tableau Marker, Papier auf Holz, 30x30 cm
Hörnler, Tableau Marker, Papier auf Holz, 30x30 cm
Zitronenhörnler, Marker auf Papier, aus Skizzenbuch
Melonen-Saug-Rüssler, Marker auf Papier, aus Skizzenbuch
Stelzbeiniger Strohhut-Stachler, Marker auf Papier, aus Skizzenbuch
Buchzeichen, Acryl auf Karton, 10x3 cm
urban natives
Das Motiv der Urban Natives begleitet mich schon seit vielen Jahren. Die ersten Skizzen zeichnete ich 2002. 2016 wurden daraus Figuren mit Acryl auf Holz in verschiedenen Formaten. 2023 und 2024 malte ich sie dann kleiner und vielfältiger.
Der Ursprung der Urban Natives ist die Zürcher Jugendbewegung im Jahr 1980, in die ich voll eintauchte. Damals fühlten wir uns stark, rebellisch und frei. Mein Denken und Handeln war schon immer politisch geprägt. In meinem Studium der Ökonomie interessierten mich vor allem Randgebiete wie lokale Wirtschaft, Ökologie, ‹Dritte Welt›: Gegenwelten zu den konventionellen Wirtschaftswissenschaften, denn Gerechtigkeit ist mir sehr wichtig, ich solidarisierte mich mit den Schwächeren und Ausgebeuteten. Meine berufliche Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit war für mich eine Möglichkeit, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun.
Auch Musik und Tanz waren ein Gegenpol zur Ökonomie. Jazz ist rebellische Musik!Die Urban Natives sind eine Weiterentwicklung der Tanzenden Figuren. Bei den ‹tribals›, den indigenen Völkern, spielt Tanz eine ganz wichtige Rolle. Solche Tänze durfte ich bei meiner Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit kennenlernen. Ich erlebte intensive Begegnungen mit afrikanischen Ethnien und indischen ‹tribals›.
In Indien war ich einer der wenigen Ausländer, die in die ‹Tribal Areas› durften, da ich ein Mikrokreditprojekt leitete. Mit der indigenen Bevölkerung verstand ich mich gut. Mich faszinierten ihr Leben und ihre Nähe zu Natur, ihre Symbolik und ihre Geschichten. Jahre später in der Schweiz vertiefte ich mich in Literatur über ‹tribal symbols› bis hin zur Tattoo-Kunst. Daraus entwickelte ich meine eigenen Symbole.
Die Urban Natives sind für mich ein Symbol für die verschiedenen Spannungsfelder, denen ich in meinem Leben ausgesetzt war.
Urban Natives, Acryl auf Holz, 0,75x1 m
Urban Natives, Acryl auf Karton, 30x30 cm
Ojos, Acryl auf Karton, 30x30 cm
Vier Buchzeichen, Acryl auf Karton, je 10,5x6,5 cm
wilde tiere und höhlenmalerei
Tiere sind ein immer wiederkehrendes Motiv in meinen Bildern. Nach meiner Zeit in Indien begann ich sie symbolisch darzustellen. Zuerst machte ich Studien von Tieren, bis ich sie mit einem Strich zeichnen konnte. Durch die Wiederholung entwickelte sich eine bewegte Figur.
In Afrika und Asien sah ich viele wilde Tiere und erlebte einige bedrohliche Situationen.
Zum Beispiel entdeckte ich ein Kobra-Nest im Sandkasten unseres Gartens in Bangalore. Bei einer Fahrt aufs Land trafen wir auf einen Leoparden, der versuchte, unser Auto anzugreifen. In Afrika zog ein riesiger Heuschreckenschwarm über unsere Feldbetten hinweg. Bei einem Ausflug in einem indischen Nationalpark kam uns eine rennende Elefantenherde entgegen, der wir nur knapp ausweichen konnten.
Gleichzeitig faszinierten mich diese Tiere, die man bei uns nur vom Zoo kennt und denen man dort einfach in der freien Wildbahn begegnete.
In Indien besuchte ich riesige Höhlen voller archaischer Darstellungen von Tieren und Menschen. Diese Höhlenmalereien beeindruckten mich und ich sah in ihnen auch einen Bezug zu den indigenen Symbolen, denen ich während meiner anderen Reisen begegnet bin. Die Höhlenmalerei-Bilder stammen aus verschiedenen Phasen. 2023 stellte ich eine Auswahl aus den Höhlentier-Bildern aus.
Ein Tier, das mich besonders fasziniert, ist das Chamäleon. Ich malte es immer wieder, von der Studie bis zur ‹Metamorphose›.
Indischer Gauer, Acryl auf Papier, 1,5x1 m
Chamäleon Studie, Pastellkreide auf Papier, 30x20 cm
Metamorphose, Acryl auf Papier, 70x50 cm
Höhlenmalerei, Marker auf Papier, 30x30 cm
spassvögel, vogelbäume und Fischküsse
Sehr gerne male ich Vögel und Fische.
Unter meinen Vogelbildern, die ebenfalls stark von Indien inspiriert sind, bilden die Spassvögel eine Serie, die mir besonders Spass machte. Es sind eher Plakate als Malereien, sowohl im Stil sowie im Format.
Zu den Vogelbäumen inspirierte mich eine kleine Postkarte, die mir eine Freundin schickte. Ich brachte verschiedene Motive zusammen: einen Bananenbaum, aus denen Papageien herauswachsen, einen Kaktus mit Tukanen, eine Kokospalme mit Kakadus.
Noch häufiger als Vögel male ich Fische: kleine versilberte Clownfische auf schwarzem Hintergrund, sich küssende Fische in allen Farben auf Papier, Karton oder Holz. Sowie Kugelfische und Delphine als T-Shirt-Motive und abstrakte Fische auf Holzkisten.
Viele Fischarten kenne ich von meinen Aufenthalten am indischen Ozean und an den afrikanischen Küsten. Ich liebe das Meer, auch das Mittelmeer.
Vögel und Fische zu malen ist für mich wie ein Spiel mit Farben und Formen.
Kaktukan, Acryl auf Papier, 45x45 cm
Kakadu, Serie Spassvögel, Marker auf Papier,
1,5x1 m
Fischkuss, Acryl auf Papier, 105x40 cm
Clown-Fische, Acryl auf Karton, 16x16 cm
Wüstenlandschaften
Für die Katastrophenhilfe mit dem Roten Kreuz durchquerte ich die Sahara von Westen nach Osten. Wir waren zu dritt, ein Arzt, eine Pflegerin und ich, der Logistiker. Das war mein erster Job nach dem Studium, ich war 21 Jahre alt. Wir fuhren mit dem Landcruiser durch den Wüstensand. Dort, wo wir mit dem Auto nicht mehr durchkamen, stiegen wir auf Kamele und Esel um. Wir leisteten Nahrungsmittelhilfe in Mauretanien, Mali, Niger, Tschad, Sudan und Burkina Faso. In jeder Siedlung massen und wogen wir die Kinder und berechneten, welche Nahrungsmittel sie brauchten. Dann verteilten wir Milchpulver, Mehl, Reis, Öl und Dörrbirnen.
Das war ein irrsinniges Unterfangen. Wir waren mit unseren Aktionen immer zu spät. Zudem verdarben wir den lokalen Markt, da wir zum Teil genau dann ankamen, wenn ihre Ernten nach der Dürre wieder stattfanden.
Einmal blieb ein Konvoi voller Hilfsgüter im Sand stecken und wir mussten die lokale Bevölkerung dazu aufrufen, sich die Nahrungsmittel dort zu holen.
Meine Eindrücke hielt ich mit der Spiegelreflex-Kamera fest, denn ich hatte den Auftrag, unsere Arbeit zu dokumentieren. Zu dieser Zeit schrieb ich für das Tages-Anzeiger Magazin einen langen Artikel mit vielen Fotos über die Hungersnot in Mauretanien und Mali.
Einen Teil dieses Fotomaterials verwendete ich später für eine Ausstellung im World´s End in Zürich, wo ich eine Säule mit Fotocollagen aus Wüstenbildern zeigte.
Das war eine erste Verarbeitung meiner Erlebnisse aus der Katastrophenhilfe.
Kurz darauf malte ich die ersten Wüstenbilder, grossformatig mit Pastellkreide.
Fünfzehn Jahre später griff ich das Wüstenmotiv wieder auf und zeigte die Wüste als eine surreale Welt.
Wüstenbild, Acryl auf Papier, 65x45 cm
Blue Camel Family, Pastellkreide auf Papier, 50x70 cm
Sahara, Pastellkreide auf Papier, 70x50 cm
strände und inseln
Leela Beach ist ein wunderschöner Strand in Goa (Indien), an dem ein Luxushotel neben dem andern steht. Ich lernte diesen Ort kennen, weil ich dort an einem fünftätigen Workshop mit Kollegen aus anderen asiatischen Ländern teilnahm. Ich durfte meine Familie mitnehmen und wir genossen diese Pause vom Alltag. Seither ist Leela Beach für mich sinnbildlich für Traumstrand. Zwanzig Jahre später begann ich diesen Strand zu malen, und es entstand daraus die Serie ‹Leela Beach›, die ich 2024 im Kunstasyl ausstellte. Meine Unterschrift auf diesen Bildern besteht aus einer Schildkröte, einer Schlange und einem Fisch.
Mit der Zeit bevölkerte ich den Strand mit immer mehr Figuren und Lebewesen: Es kamen Gürteltiere, Vögel, Krebse und viele andere dazu. Darunter gibt es auch Tiere, die in Indien gar nicht existieren, wie das Chamäleon aus Madagaskar.
Daraus entwickelte ich schrittweise meinen Wimmelbild-Ansatz, den ich nun schon seit Jahren verfolge.
Eine ganz andere Seite von Indien zeigte ich in den ‹Monsoon›-Bildern. Die asiatische Regenzeit Monsun faszinierte mich, vor allem am Meer. Es fühlte sich an, als käme das Wasser gleichzeitig von oben und von unten. Dieses Gefühl versuchte ich wiederzugeben, indem ich Acryl-Farbe auf einer Leinwand hinunterfliessen liess, wie Wasser auf einer Scheibe.
Ein weiteres Motiv aus meinen Naturerlebnissen in Indien ist der Dschungel. Ihm ist mein bisher grösstes Bild auf Recycling-Holz gewidmet, ‹Returning the Timber to the Forest›, ‹das Holz dem Wald zurückgeben›. Dieses Bild verwendete ich als Bühnenbild und als Festdekoration.
Auch Inseln sind für mich Traumorte. In Cuba, das ich in den Ferien besuchte, inspirierten mich die mit Brücken verbundenen Inseln zu den Bildern ‹Cayos y Escaleras›, ‹Inseln und Leitern›, und ‹Casas y Escaleras›, ‹Häuser und Leitern›.
Returning the Timber to the Forest, Acryl auf Holz, 2,5x2 m
Monsoon, Acryl auf Leinwand, 80x60cm
Leela Beach, Acryl auf Papier, 30x30 cm
Casas y escaleras, Acryl auf Papier, 21x19 cm
Cayos y escaleras, Acryl auf Papier, 21x19 cm
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steine, wasser und kristalle
Wasser, Pastellkreide auf Papier, 70x50 cm
Der Inn, Acryl auf Holz, 22x18 cm
Steine, Acryl auf Holz, 24,5x18 cm
Holzkiste mit Steinen, Acryl auf Holz, 40x15x15 cm
wimmelbilder
Das erste Wimmelbild malte ich in einem Strich, rundherum ohne abzusetzen. Das war vor sieben Jahren. Auch die drei nächsten Wimmelbilder sind aus einem Guss. Ich blieb Tag und Nacht dran, bis sie fertig waren. Ich beginne links oben und zeichne dann im Uhrzeigersinn. Für mich ist das eine sehr konzentrierte und lustvolle Arbeit.
Es kommen viele Themen darin vor, die mit meinem Leben verbunden sind. Motive aus meinen Reisen, aber auch Häuser und Fabriken, Alltagsgegenstände wie eine Kaffeemaschine, ein Haarfön und technische Geräte. Gleichzeitig schaffen diese Alltagsgegenstände Bezüge zu meinen bekannten Motiven. So zeigen die Computerbildschirme meine Symboltiere Fisch, Schlange und Schildkröte.
Farben benutze ich auf den Wimmelbildern nur spärlich, das meiste ist schwarz-weiss.
Diese Arbeit ist wie ein Improvisationstanz auf einem Bild. Ich male intuitiv, mit Schwung und Rhythmus. Auf diesen Bildern, die keine beabsichtigte Geschichten erzählen wollen, entsteht eine Geschichte.
Vier menschliche Figuren tauchen auf diesen Bildern immer wieder auf: Ping & Pong sowie Max & Moritz. Max und Moritz habe ich 2013 aus Berlin mitgenommen. So heisst eine Kneipe, die mir sehr gefiel.
Ping und Pong sind Punks, die ich vor vielen Jahren schon gemalt hatte, in Erinnerung an die Jugendbewegung.
2023 wurden Ping und Pong die Helden eines Bilderbuchs für Kinder, das ich zusammen mit meiner Partnerin zeichnete.
Das grösste Wimmelbild malte ich auf eine Säule (1,5 Meter hoch, 35 cm Durchmesser). Heute benutze ich ganz verschiedene Materialien für meine Wimmelbilder: Papier, Karton, Metall, Glas, Holz.
Viele Motive der Wimmelbilder male ich auch in kleine Notizbücher, eines pro Seite. Unterdessen gibt es mehr als dreissig solcher Wimmelbüchlein, wie ich sie nenne. Zwanzig davon zeigte ich als Installation bei einer Ausstellung.
Mein erstes Wimmelbild, Marker und Filzstift auf Papier, 100x70 cm
Wimmelbild 6, Marker und Filzstift auf Papier, 100x70 cm
Ping und Pong in der Stadt, Acryl auf Leinwand, 30x20 cm
Kinderbilderbuch, 25x25 cm
miniaturen
Zu den Miniaturen inspirierte mich die Ausstellung ‹Minimal Art› im Haus Konstruktiv. Damals arbeitete ich Zürcher Kunsthaus als Aufseher. Meine ersten Miniaturen waren die ‹Encapsulated Elements›, kleine Plastikschachteln für Zahnbürstchen, die ich mit Mini-Bildern oder winzigen Objekten füllte. Zu dieser Zeit durfte ich bei der Papeterie Zumstein, bei der ich ein guter Kunde war, eine grosse Menge zugeschnittener Karton-Quadrate gratis mitnehmen. Ich begann, während meiner Aufsichtsarbeit im Kunsthaus mit Bleistift auf diese kleinen schwarzen Kartonstücke zu zeichnen. Zuhause malte ich sie dann mit Farbstiften aus. Das war eine äusserst repetitive Arbeit, von jedem Motiv gibt es dutzende Ausführungen mit ganz kleinen Unterschieden.
Mein erstes Miniatur-Motiv waren die ‹Monky Rock Islands›, eine Referenz an Hanuman, meinen Lieblingsgott aus der indischen Mythologie. Hanuman, halb Affe, halb Mensch, war der Gott der Kastenlosen, die in Indien immer noch diskriminiert werden. Die indische Mythologie erzählt, dass Hanuman wegen seiner Aufmüpfigkeit von den Göttern verstossen wurde und fliehen musste. Mit einem grossen Felsen im Arm stürzte er sich ins Meer. So sei die Insel Sri Lanka entstanden.
Im Kunsthaus zeichnete ich fast ununterbrochen. Nach den ‹Monky Rock Islands› griff ich einige von meinen bisherigen Motiven auf und setzte sie neu zusammen, etwa in den Serien ‹Dünen & Wellen› und ‹Bambusmond›.
Immer wieder habe ich das Bedürfnis, auf ganz kleinen Flächen zu malen, meist auf Karton- oder Holzabfall. 2001 in Falera entdeckte ich in einer verfallenen Scheune einen Balken aus einer alten Föhre, den ich bei einem Schreiner auf kleine Quadrate zuschnitt und in den vier Grundfarben mit Farbpigmenten bemalte.
Monky Rock Islands, Acryl auf Karton, je 10,5x10,5 cm
Bambusmond, Acryl auf Karton, je 10,5x10,5 cm
Colours of Life, Pastell auf Föhrenholz, je 11x11 cm
Fliegende Pralinen, Acryl auf Karton, je 10,5x10,5 cm
brainwave
Viele meiner Bilder mit abstrakten Motiven stammen aus Phasen, in denen mein Kopf verrückt spielte. Sie sind bunt und explosiv.
Zum Beispiel malte ich die Serie ‹Brainwave›, als ich in einer Krise war und mich zurückzog.
Die Serien ‹Molotow› und ‹Holzke› hingegen entstanden in einer grossen Wohn- und Atelierhalle, in der es äusserst bewegt und laut zu- und herging.
Brainwave, Acryl auf Papier, 41x30 cm
Molotow, Acryl auf Papier, 100x70 cm
Graphics, Marker auf Papier, 40x30 cm
Montezuma, Acryl auf Aluminium, 40x30 cm
Piazza - Fantasiestadt Zürich
Eine Zeitlang zog ich mit meiner Leinwand durch die Stadt und malte Zürcher Plätze. So entstanden acht Bilder von meiner Fantasiestadt Zürich sowie zwei Säulen mit denselben Motiven.
Von diesen ‹Piazza›-Bildern existiert keines mehr. Ich habe sie übermalt, da ich die Leinwände für neue Bilder brauchte.
Serie Piazza, Zürich Hechtplatz, Acryl auf Leinwand, 30x30 cm
licht
Licht hat mich schon immer fasziniert. Immer wieder malte ich Figuren oder Gegenstände mit von Scheinwerfern erzeugten Lichtkegeln, zum Beispiel bei den Tanzenden Figuren.
2003 begann ich an der Zürcher SAE eine Ausbildung als Licht- und Ton-Techniker. Jahrelang arbeitete ich als Freelance Licht- und Tontechniker: im Weissen Wind, beim Theater Hora, beim Cirque du Soleil, im Schiffbau und bei mehreren kleineren Bühnenproduktionen.
Ich experimentiere gerne mit Licht.
Ich malte farbige Leuchtbirnen (‹Dim Light›) und stellte verschiedenartige Lampen her, unter anderem ‹Sonne› aus einem alten Holztisch von meiner Mutter und ‹Lichtsäule› aus einer grossen Kartonsäule.
Mein wichtigstes Lichtprojekt war die Lichtschau ‹2000 sachen@scanner.ck›. Beim Experimentieren mit unserem Scanner entdeckte ich, dass ich Objekte scannen und dabei besondere Effekte erreichen konnte. Heraus kamen Bilder ohne Perspektive, dafür mit einem besonderen Schatten, den ich mit einer Abdeck-Haube gestalten konnte. Ich begann, unseren Haushalt durchzuscannen. Das war eine Fleissarbeit, ich scannte 3000 Alltagsobjekte.
2000 davon stellte ich im Jahr 2005 im Letzibad aus: Mit drei Beamern projizierten wir die Bilder auf die Wände. Dazu produzierte ich fünf Videos und drei Broschüren.
Diese Lichtschau zeige ich, wenn ich an einem Anlass als DJ HanUman auftrete.
Lichtsäule, Textil auf Karton, 1,5 hoch, 35 cm Durchmesser
Sonnen-Lampe, Acryl auf Holz, 1m Durchmesser, nachts
Sonnen-Lampe, Acryl auf Holz, 1m Durchmesser, tags
Lichtschau "2000 sachen@scanner.ck", Broschüre
Dim Lights, Acryl auf Papier, 25x10 cm
SÄulen
2001 nahm ich mir vor, ein 360-Grad-Bild zu malen. Dafür brauchte ich eine grosse Säule. Nach längerem Suchen fand ich heraus, dass eine Schweizer Firma zylinderförmige Kartonhülsen verkaufte. So kam ich zu meinen Säulen.
Ich bemalte Dutzende von Säulen, mit tropischen Bäumen, mit Stadtbildern, mit Tieren. Meistens malte ich dasselbe Motiv auf ein Bild und auf eine Säule.
Einige dieser Säulen mit den entsprechenden Bildern konnte ich 2004 in der Galerie Incontro ausstellen.
Später entsorgte ich die meisten dieser Säulen, da sie viel zu viel Platz einnahmen.
Nur zwei Säulen habe ich noch: eine Lichtsäule und eine Säule mit einem Wimmelbild.
Dschungel-Säule, Acryl auf Karton, 2m hoch, 35 cm Durchmesser
Säulen mit tropischen Motiven,Pastellkreide auf Karton, je 1,5 m hoch, 35 cm Durchmesser
Skizzenbücher
In meinen Skizzenbüchern spiegeln sich meine Themen von über zwanzig Jahren wieder. Darin entwickelte ich alte Motive weiter und erfand und übte neue Formen.
Die Skizzenbücher sind die Vorgänger der Wimmelbüchlein. Über zwanzig Jahre lang begleiteten sie mich überall hin. Oft malte ich unterwegs, wenn ich als Pendler im Zug sass, in einem Café oder in der Natur. Ich hielt in den Skizzenbüchern alles fest, was mir durch den Kopf ging oder was mich bewegte. Darin arbeitete ich sehr detailliert und spielte mit den Motiven. Manchmal half mir das Malen, schwierige Ereignisse zu verarbeiten.
In den Skizzenbüchern arbeitete ich experimentell und assoziativ, ganz anders als in den Wimmelbüchlein, die ich viel zielstrebiger angehe und sorgfältig durchkomponiere.In meinen Skizzenbüchern spiegeln sich meine Themen von über zwanzig Jahren wieder. Darin entwickelte ich alte Motive weiter und erfand und übte neue Formen.
Die Skizzenbücher sind die Vorgänger der Wimmelbüchlein. Über zwanzig Jahre lang begleiteten sie mich überall hin. Oft malte ich unterwegs, wenn ich als Pendler im Zug sass, in einem Café oder in der Natur. Ich hielt in den Skizzenbüchern alles fest, was mir durch den Kopf ging oder was mich bewegte. Darin arbeitete ich sehr detailliert und spielte mit den Motiven. Manchmal half mir das Malen, schwierige Ereignisse zu verarbeiten.
In den Skizzenbüchern arbeitete ich experimentell und assoziativ, ganz anders als in den Wimmelbüchlein, die ich viel zielstrebiger angehe und sorgfältig durchkomponiere.
Aus: Katalog Christoph Koepfli "Ich lebe mit Bildern und Tönen", Zürich 2024
Haupttext: Christoph Koepfli im Gespräch mit Karin Deola
Transkription: Verena Mühlberger
Textbearbeitung: Verena Mühlberger und Karin Deola
Lektorat: Silvia Ferrari
Fotos: Christoph Koepfli, Verena Mühlberger